Kitzbüheler Anzeiger
12.11.2023
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Elf Kassenstellen sind unbesetzt

In der kassenzahnärztlichen Versorgung gilt der Bezirk Kitzbühel als Sorgenkind. Die Tiroler Zahnärztekammer hat die Errichtung einer Zahnambulanz der ÖGK in Kitzbühel bereits abgesegnet. Stadtchef Winkler verhandelt mit der ÖGK über die Kostenaufteilung.

Kitzbühel | Eine Nachfrage bei der Tiroler Zahnärztekammer zeichnet ein ernüchterndes Bild: 20 Kassenstellen für Vertragszahnärzte gibt es im Bezirk Kitzbühel, davon sind aktuell elf unbesetzt. Im Gegenzug haben sich 28 Wahl-Zahnärzte im Bezirk niedergelassen. Rechnet man die neun praktizierenden Kassenvertragsärzte mit den 28 niedergelassenen Wahl-Zahnärzten  zusammen, sei die zahnärztliche Versorgung der Bevölkerung an sich gut, räumt Kammerchef Paul Hougnon ein. Doch er macht auch kein Hehl daraus, dass elf unbesetzte Kassenstellen „leider wenig erfreulich sind“.

Sorgen macht der Zahnärztekammer die Versorgung von Schmerzpatienten an den Wochenenden und Feiertagen: Die Teilnahme an den Notdiensten ist für Kassenärzte verpflichtend, für Wahl-Zahnärzte jedoch freiwillig. Obwohl von den Letztgenannten einige am jährlich festgelegten Notdienstradl teilnehmen, würde es sie aufgrund des Kassenzahnärztemangels überproportional oft treffen, sagt Hougnon. Er stellt klar: Um dem Missstand im Bezirk zu begegnen, sei die Zustimmung der Zahnärztekammer für die Errichtung des ÖGK-Kassenambulatoriums in Kitzbühel an die ausdrückliche Bedingung geknüpft, dass dort Notdienste übernommen werden. „Die Vereinbarung wurde bereits im Dezember 2022 getroffen und die Zustimmung erteilt“, sagt Hougnon.

Wie mehrfach berichtet, soll ein Kassen-Zahnambulatorium mit vier Behandlungsstühlen  in den ehemaligen Operationsräumen des Stadtkrankenhauses entstehen. Der notwendige Platz ist also vorhanden, doch jetzt geht es ans Eingemachte: Wie Bürgermeister Klaus Winkler bereits informierte, würde der erforderliche  Umbau laut ersten Kostenschätzungen zwischen 2,2 und 2,5 Millionen Euro betragen. Kein einfaches Vorhaben, wie Winkler den Mandataren  in der vergangenen Gemeinderatssitzung erklärte. „Es ist ja nicht so, dass nur ein neuer Boden verlegt und ausgeweißelt werden muss, damit das Zahnambulatorium den Betrieb aufnehmen kann.“ Es brauche, so der Stadtchef, umfangreiche Baumaßnahmen – von der Raumaufteilung über Fluchtwege bis zur Technik. Ein heimisches Planungsbüro sei bereits beauftragt.

Im Hintergrund laufen intensive Verhandlungen mit der ÖGK über die Kostenaufteilung, derzeit beraten die Gremien in Wien. Die ÖGK müsse ein Angebot auf den Tisch legen, dann werde der Gemeinderat darüber entscheiden, erklärte Winkler, der das Vorhaben bis Jahresende vorantreiben möchte. Oberstes Ziel sei, dass 2024 mit dem Umbau begonnen werde. „Das Kassen-Zahnambulatorium ist eine dringend notwendige Einrichtung für die Versorgung der Bevölkerung“, ist Winkler überzeugt. Alexandra Fusser

Bild: Die Wartezimmer sind überfüllt, die Wartezeiten auf Termine lang, die Kassen-Vertragsärzte bewegen sich am Limit: Alltag im Bezirk. Foto: adobe.stock

 
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