Zum Inhalt springen
badgebadge
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
15 Tage in Tibet

Eine Expedition auf‘s Dach der Welt

Am 11. April erzählt Andreas Gredler im K3 KitzKongress von seiner bisher herausforderndsten alpinen Challenge. In Anlehnung an Heinrich Harrers Klassiker „Sieben Jahre in Tibet“ gewährt er unter dem Titel „15 Tage in Tibet“ spannende Einblicke in seine Erlebnisse.

Gemeinsam mit einem weiteren Bergsteiger, zwei Bergführern und vier Sherpas startete der Kitzbüheler Arzt am 28. April 2024 in Kathmandu, um den höchsten Berg der Welt zu besteigen „Normalerweise beginnt um diese Jahreszeit die Hochsaison am Everest, doch vergangenes Jahr waren wir fast die einzigen am Berg – und das machte das Projekt noch einmal beeindruckender“, beschreibt er. Der Grund: Die Chinesen wollten keine Visa ausstellen, und lange war unklar, ob die Besteigung überhaupt genehmigt würde.

„Die meisten Expeditionsteilnehmer haben daraufhin ihr Projekt abgebrochen und sind nicht das Risiko eingegangen, die lange und kostspielige Anreise in Kauf zu nehmen – und womöglich gar nicht auf den Everest gehen zu dürfen“, so Gredler. Er wagte es trotzdem – und wurde belohnt.

So gut wie keine anderen Expeditionen unterwegs
Am 23. Mai 2024 stand er am 8.848 Meter hohen Gipfel und blickte bei traumhaftem Wetter auf die imposante Bergwelt rund um ihn. Ein Moment, den er nie vergessen wird. „Es war so still – der ganze Berg nur für uns. Fünf Jahre lang durften keine westlichen Bergsteiger über die Nordroute aufs Dach der Welt. So ruhig und einsam wird es am Gipfel wohl nie mehr sein.“

Andreas Gredler hat vor etwa zehn Jahren seine Liebe zum Höhenbergsteigen entdeckt und bereits zahlreiche Berge bezwungen. Als sich die Gelegenheit für den Allerhöchsten ergab, wollte er sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Auf den Everest hat er sich konsequent vorbereitet. Neben körperlicher Fitness spielte auch die Anpassung an die Höhe eine wichtige Rolle. „Es wird oft der Anschein erweckt, der Gipfel sei aufgrund der vielen Bergsteiger, die jedes Jahr dort hinaufgehen, und die technischen Hilfsmittel, recht einfach zu schaffen. Aber man muss sich schon gut vorbereiten, wenn man nicht sein Leben riskieren möchte“, das war dem Mediziner von Anfang an klar. Und das hat sich am Ende bezahlt gemacht.

Alle Mitglieder der Gruppe waren fit und konnten den Gipfel relativ zügig erreichen. „Wir waren ein kleines Team, jeder Einzelne war unverzichtbar. Hätte einer Probleme gehabt, hätten wir alle gemeinsam umkehren müssen – das war klar. Das Ziel war der Gipfel, aber nicht um jeden Preis.“

In dieser Höhe sind die Probleme ganz andere
Auch deshalb entschied sich Andreas Gredler bewusst beim Aufstieg auf Flaschensauerstoff zurückzugreifen. „Es ohne zu versuchen, ist wie russisches Roulett“, betont er. Trotz allem war der Aufstieg körperlich, mental und logistisch eine große Herausforderung. Auch der Sauerstoff muss richtig dosiert, das Tempo an die Höhe angepasst und die richtige Strategie gewählt werden.

Vor allem Grundbedürfnisse wie Trinken, Essen und Schlafen sind in dieser Höhenlage eine echte Herausforderung – und entscheiden oft über Erfolg oder Misserfolg. „Am Ende muss jeder aus eigener Kraft hinaufgehen, trotz aller Unterstützung. Und das ist nicht so einfach, wie es klingt“, weiß Gredler.

Für ihn war die Expedition ein Erlebnis, das er nie vergessen wird. Selbst ein Jahr danach sind die extremen Bedingungen in seinem Kopf noch präsent: der Stolz, die Strapazen so gut bewältigt zu haben, aber auch die gegenseitige Wertschätzung, die Gredler in Tibet und am Berg erlebt hat – ebenso die kulturellen und regionalen Unterschiede. Die Reise hat einiges verändert. Viele Alltagsprobleme erscheinen seither kleiner, manche Herausforderungen wirken nicht mehr so groß.

In Erinnerung blieb auch so manche Anekdote, von der Andreas Gredler auch in seinem Vortrag erzählen wird –zum Beispiel jene von den bayrischen Gebirgsschafwollsocken, den eingefrorenen Powergels, der falschen Zeitzone oder dem Geschmack von Coca Cola.

Mehr Wertschätzung für den Mount Everest
Apropos Kulinarik: Als erste Mahlzeit nach seiner Rückkehr hat sich Gredler original Tiroler Knödel mit Salat gewünscht.

Und was wünscht er sich allgemein? „Der Mount Everest wird in der öffentlichen Wahrnehmung hauptsächlich kritisch betrachtet – überfüllte Lager, Müll, Kommerz. Dabei gäbe es so viel Schönes zu erzählen.Es ist der höchste Berg der Erde und unglaublich beeindruckend. Er hat sich mehr Wertschätzung verdient.“

15 Tage in Tibet
Post_1080x1080#2

Vortrag: 15 Tage in Tibet

Der Weg auf das Dach der Welt – spektakulär, still, streng verboten. Andreas Gredler nimmt dich mit auf seine Everest-Besteigung über die seit 2019 gesperrte Nordseite.

📍K3 KitzKongress
🗓️ Freitag, 11.04.2025 | 20:00 Uhr
🎟️ Eintritt frei

Suche